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Parkinson – Therapie
Generell sollte die Behandlung von Parkinson-Kranken sehr individuell gestaltet werden. Die Auswahl der Präparate erfolgt dabei nach Wirksamkeit und Verträglichkeit und auch die Erfahrung des jeweils behandelnden Arztes spielt eine Rolle. Es stehen für die Behandlung sieben verschiedene Substanzen beziehungsweise Substanzgruppen zur Verfügung: L-Dopa, Dopaminagonisten, MAO-B-Hemmer, Amantadine, Anticholinergika (kaum noch eingesetzt), Budipin, COMT-Hemmer Bei Betroffenen, die unter 70 Jahre alt sind und nicht noch wesentliche Begleiterkrankungen haben, wird die Therapie mit einem Dopaminagonisten begonnen. Ältere oder multimorbide Patienten: Beginn mit L-Dopa-Einzeltherapie Bei älteren Parkinson-Kranken, die über 70 Jahre alt sind oder auch bei multimorbiden Patienten jeder Altersgruppe, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie den Therapiebeginn mit einer L-Dopa-Einzeltherapie. Sind die anfänglichen Parkinson-Symptome dieser Betroffenengruppe nur mild ausgeprägt, so kann der Beginn einer Dopamin-Ersatztherapie manchmal hinausgezögert werden, indem entweder Amantadin oder Selegilin als Einfachtherapie gegeben wird. Allerdings haben beide Medikamente unerwünschte Wirkungen, die nicht unerheblich sind und entsprechend besonders bei multimorbiden Betroffenen beachtet werden müssen. Bei alten und kognitiv eingeschränkten Patienten dürfen Anticholinergika nicht gegeben werden, auch verbietet sich generell der Einsatz von COMT-Hemmern als Einfachtherapie, L-Dopa darf nur mit Decarboxylasehemmern gegeben werden. Operative Therapieverfahren Zurzeit kommen als operative Therapieverfahren bei Parkinson-Kranken in Deutschland zwei Verfahren in Frage: Die stereotaktische strukturelle Ausschaltung Bei diesem Eingriff werden Hirnzellen durch Hitze gezielt zerstört. Die Parkinson-Symptome können so gelindert werden. Die Hochfrequenzstimulation Bei der Hochfrequenzstimulation werden die Hirnzellen nicht zerstört, sondern über eine implantierte Elektrode dauerhaft gereizt und ausgeschaltet. Begleitende Therapien Eine Physiotherapie ist bei Schüttellähmung sehr wichtig. Sie hilft, die verbliebene Bewegungsfähigkeit zu erhalten. Teilweise kann eine Haltungsverbesserung erreicht werden. Zudem verbessern Gehübungen und Laufbandtraining die Sicherheit beim Gehen und tragen so dazu bei, Stürze zu vermeiden. Die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten, ist das Ziel der Ergotherapie. Sie sollte auf die Bedürfnisse und Beeinträchtigungen des jeweiligen Patienten abgestimmt sein. Beispielsweise kann mit Fingerübungen die Geschicklichkeit verbessert werden, Schreib- und Zeichenübungen helfen, Buchstaben wieder gleich groß zu schreiben. Von der Akinese, der Unbeweglichkeit, sind häufig die Gesichtsmuskeln betroffen. Parkinson-Patienten sprechen deshalb immer leiser und verwaschener. Eine Sprachtherapie (Logopädie) kann dem entgegenwirken. Ein Logopäde kann Betroffenen auch dabei helfen, die Gesichtsmuskeln zu trainieren und so die Mimik zu erhalten. Symptome therapieren Bei Parkinson kann es auch sinnvoll sein, die einzelnen Symptome zu therapieren. Bei Verstopfung beispielsweise können eine ballaststoffreiche Ernährung und viel Bewegung helfen. Auch Abführmittel können zum Einsatz kommen. Schlafstörungen werden mit einer angepassten Schlafhygiene und pflanzlichen Schlafmitteln behandelt. Weitere Symptome und deren Therapie finden Sie hier.
Schwangerschaft/Geburt – Vitamin B
B-Vitamine zählen zu den wasserlöslichen Vitaminen. Mutter und Kind brauchen sie für zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Wichtiges B-Vitamin in der Schwangerschaft: Vitamin B1 (Thiamin) Vitamin B1 (Thiamin) benötigt der Körper bei der Verdauung, zur Gewinnung von Energie aus der Nahrung, im Kohlenhydratstoffwechsel und für Herz und Nieren. Der Bedarf an Vitamin B erhöht sich in der Schwangerschaft um mindestens 20 Prozent, manche Experten gehen sogar von bis zu 50 Prozent aus. Ein Vitamin-B-Mangel kann entstehen, wenn eine Schwangere vorzugsweise Produkte aus Weißmehl isst, besonders in Kombination mit Zucker – also beispielsweise Brötchen mit Schokoaufstrich oder Kuchen. Einem Mangel an Vitamin B1 lässt sich zum Beispiel mit Sonnenblumenkernen, Nüssen, Weizenkeimen, Naturreis und Kartoffeln vorbeugen. In der Schwangerschaft ist die zusätzliche Einnahme eines Vitaminpräparats speziell für Schwangere empfehlenswert. Wichtiges B-Vitamin in der Schwangerschaft: Vitamin B2 (Riboflavin) Vitamin B2 (Riboflavin) ist für Haut und Haare, die Bildung von Blutzellen sowie für das Nervensystem wichtig. In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Vitamin B2. Decken lässt er sich mithilfe von Fisch, dunklem Blattgemüse, Eiern, Milch und Milchprodukten. Wichtiges B-Vitamin in der Schwangerschaft: Vitamin B6 (Pyridoxin) Vitamin B6 (Pyridoxin) hilft, übermäßigen Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen und sorgt für ein stabiles Bindegewebe. Zudem benötigt der Organismus Vitamin B6 für ein funktionierendes Immunsystem, Herz, Muskeln und Nerven. Der Bedarf an Vitamin B6 steigt in der Schwangerschaft ungefähr auf das Anderthalbfache an – von 1,2 Milligramm auf 1,9 Milligramm pro Tag. Das Vitamin steckt zum Beispiel in Bananen, Walnüssen, Vollkornprodukten, Karotten, Sojabohnen, grünem Gemüse, Fleisch und Fisch. Unter Umständen ist es in der Schwangerschaft auch empfehlenswert, täglich ein Multivitaminpräparat mit Vitamin B6 einzunehmen. Wichtiges B-Vitamin in der Schwangerschaft: Vitamin B12 (Cobalamin) Vitamin B12 (Cobalamin) hebt die Stimmung, außerdem wird es von Gehirn und Nervensystem, roten Blutkörperchen und Knochen benötigt. In der Schwangerschaft erhöht sich der Bedarf etwas. In den meisten Fällen gelingt es nicht, den Vitamin-B12-Bedarf des Körpers durch eine rein pflanzliche Ernährung zu decken. Viel Vitamin B12 ist vor allem in Fleisch, Fisch und Eigelb sowie Leber enthalten. Allerdings sollten werdende Mütter Leber, Leberwurst und -pastete – besonders während der ersten drei Schwangerschaftsmonate – nur ausnahmsweise essen. Denn ein zu häufiger Verzehr kann zu einer Überdosierung von Vitamin A führen, das außerdem in Leber enthalten ist, und so dem Ungeborenen schaden. Wichtiges B-Vitamin in der Schwangerschaft: Niacin Niacin zählt ebenfalls zu den B-Vitaminen. Früher wurde es auch Vitamin B3 genannt. Folgen eines Mangels an Niacin können beispielsweise Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwindel und Verwirrtheit sein. Frauen wird in der Schwangerschaft eine vermehrte Aufnahme dieses B-Vitamins empfohlen. Viel Niacin ist zum Beispiel in Geflügel, Fisch, Eiern, Nüssen und Bierhefe enthalten. Leber ist ebenfalls reich an dem B-Vitamin.
Tetanus – Impfung, Symptome und mehr
Der Wundstarrkrampf ist eine durch Bakterien vom Typ Clostridium tetani beziehungsweise deren Giftstoffe (Toxine) ausgelöste Erkrankung. Diese Bakterien sind in der Umwelt weit verbreitet, zum Beispiel in Schmutz, Straßenstaub oder Erde, aber auch in Fäkalien von Menschen und Tieren. Daher ist es kaum möglich, ihnen aus dem Weg zu gehen. Die Infektion erfolgt meist durch verschmutzte kleine Verletzungen oder im Gewebe verbliebene Fremdkörper wie zum Beispiel Dornen oder Splitter. Dabei müssen die Wunden nicht offen sein – auch Bagatellverletzungen, die äußerlich kaum sichtbar sind, können dazu führen, dass sich der Betroffene infiziert. Eine Infektion mit Tetanus-Bakterien kann nur über eine Verletzung der Haut oder Schleimhaut erfolgen: Ein Mensch, der an Tetanus erkrankt ist, kann also keinen anderen Menschen anstecken. Symptome von Tetanus Bei einer Tetanus-Infektion treten in der Regel bereits vier bis 14 Tage nach der Ansteckung schleichend erste Beschwerden auf – etwa ein allgemeines Krankheitsgefühl, Schweißausbrüche und Schlafstörungen. Anschließend kommt es zu Krämpfen der Muskulatur. Diese beginnen im Gesicht, meist in der Kaumuskulatur. Die Folge: Der Erkrankte kann den Mund nur noch begrenzt, manchmal sogar gar nicht mehr öffnen (Kieferklemme). Typisch ist ein charakteristischer Gesichtsausdruck, der einem starren Lächeln ähnelt (Risus sardonicus). Hinzu kommen Trink- und Schluckstörungen, die es dem Patienten zunehmend unmöglich machen, zu schlucken oder zu sprechen. Nach und nach breiten sich die Muskelanspannungen dann auf den gesamten Körper aus. Der Betroffene bekommt anfallartige, sehr schmerzhafte Muskelkrämpfe, die durch äußere Reize (zum Beispiel Berührungen oder Geräusche) ausgelöst werden können. Komplikationen beim Wundstarrkrampf Die außergewöhnlich starken Muskelkrämpfe bei einem Wundstarrkrampf können Knochenbrüche zur Folge haben – zum Beispiel im Bereich der Wirbelsäule. Bei Krämpfen der Darm- und Blasenmuskulatur kann es dazu kommen, dass der Patient Verstopfung bekommt und keinen Urin mehr lassen kann. Wenn die Atemwege betroffen sind, ist zum Beispiel eine Lungenentzündung, Sekretstau oder Atemnot möglich. Im schlimmsten Fall erstickt der Betroffene sogar. Tetanus kann auch zu Schädigungen des Herzens führen, sodass Rhythmusstörungen, Kammerflimmern oder ein Herzstillstand auftreten. Auch bei moderner Intensivtherapie endet ein Wundstarrkrampf in 10 bis 20 Prozent der Fälle tödlich. Bei schlechterer Versorgung sterben noch deutlich mehr Tetanus-Patienten. Diagnostik bei Tetanus Im Normalfall kann der Arzt die Diagnose Wundstarrkrampf bereits anhand der charakteristischen Krankheitszeichen stellen. Als eindeutige Symptome gelten steife Muskeln oder Muskelkrämpfe nach einer Wundverletzung. Der Arzt wird bei der Diagnostik auch versuchen, andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen – zum Beispiel eine beginnende bakterielle Hirnhautentzündung (Meningitis) oder tonische epileptische Anfälle. Therapie eines Wundstarrkrampfs Ziel der Therapie von Tetanus ist es, den Patienten durch eine intensivmedizinische Versorgung am Leben zu erhalten, die Vermehrung der Erreger und die Ausbreitung des Gifts zu verhindern sowie die Muskeln wieder zu entspannen. Um das Gift zu neutralisieren, das noch in der Blutbahn kreist, spritzt der Arzt dem Patienten Tetanus-Antikörper, sogenanntes Tetanus-Immunglobulin (passive Immunisierung). Zudem schneidet er die Wunde großzügig aus, damit genug Sauerstoff darankommt. Denn in einer sauerstoffreichen Umgebung fühlen sich Clostridien unwohl. Antibiotika sollen die verbliebenen Tetanusbazillen abtöten. Zusätzlich erhält der Patient eine Tetanus-Impfung, die für die Bildung körpereigener Antikörper sorgen soll (aktive Immunisierung). Wichtig sind im Zuge einer intensivmedizinischen Versorgung auch die Beatmung des Betroffenen und die Gabe krampflösender Medikamente. Außerdem kann der Erkrankte Beruhigungsmittel erhalten. Je nach Menge der Erreger in der Wunde und des von ihnen produzierten Gifts kann die Wirkung des Toxins vier bis zwölf Wochen anhalten – entsprechend lange dauert auch die Behandlung bei Tetanus. Impfung: Tetanus vorbeugen Wer einmal einen Wundstarrkrampf hatte, ist deshalb nicht immun gegen eine erneute Ansteckung. Dafür ist eine Schutzimpfung notwendig. In der Regel wird die Grundimmunisierung als Kombinationsimpfung zusammen mit Keuchhusten und Diphtherie durchgeführt und ab dem zweiten Lebensmonat begonnen.
Schilddrüsenerkrankungen – Symptome
Funktionsstörungen der Schilddrüse oder ein Kropf können lange Zeit keine oder nur unspezifische Symptome aufweisen: Haarausfall, Stimmungsschwankungen und Verdauungsprobleme können Anzeichen für eine Schilddrüsenerkrankung sein – genau wie für viele andere Krankheiten. An eine Störung der Schilddrüse denkt der Betroffene oft nicht sofort, wenn sich das Haupthaar lichtet oder die Stimmung am Boden ist. Deshalb ist es wichtig, das Spektrum der Warnzeichen genau zu beobachten und dem Arzt so früh wie möglich mitzuteilen. Nur dann kann dieser eine Schilddrüsenerkrankung als Ursache abklären. Jodmangel oder eine Autoimmunreaktion führen zu verschiedenen Erkrankungen Die in der Schilddrüse gespeicherten Jodvorräte reichen etwa zwei Monate lang zur Bildung der Hormone T3 und T4 aus. Steht der Schilddrüse längerfristig zu wenig Jod zur Hormonproduktion zur Verfügung, versucht der Körper, dieses Defizit durch eine Zunahme des Drüsengewebes auszugleichen, um die Hormonproduktion konstant zu halten. Der Jodmangel führt so zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, im Volksmund „Kropf“, in der Fachsprache „Struma“ genannt. Der Kropf verursacht zunächst in der Regel keine Beschwerden, gelegentlich ein lokales Druck- oder Engegefühl und leichte Schluckbeschwerden. Langfristig kann er jedoch die Luft- und Speiseröhre einengen oder auf die Halsvenen drücken. Meist tritt bei einem Kropf zunächst keine Funktionsstörung der Schilddrüse auf. Die Produktion der Schilddrüsenhormone kann aber bei sehr starkem Jodmangel auch absinken und zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Diese wird jedoch in den meisten Fällen von einer Autoimmunerkrankung verursacht. Symptome sind unter anderem eine Störung des Wohlbefindens, Antriebsschwäche, Konzentrationsschwäche und andauerndes Frieren, langfristig auch Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Depressionen oder Unfruchtbarkeit. Andererseits können bestimmte Areale in einer Struma sich der Steuerung durch das Hormon TSH aus der Hirnanhangsdrüse entziehen und Hormonmengen produzieren, die unabhängig vom Bedarf sind – ein sogenannter „heißer Knoten“ oder autonomes Adenom entsteht. Neben der Schilddrüsenautonomie kann auch noch die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion sein. Angstzustände, Schweißausbrüche und plötzliches Abmagern weisen auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin. Wenn in manchen Gewebeanteilen einer vergrößerten Schilddrüse hingegen keine Hormonproduktion mehr stattfindet, wird das als „kalter Knoten“ bezeichnet. In seltenen Fällen werden in einem solchen Gewebebereich krebsartige Veränderungen entdeckt: ein Schilddrüsenkarzinom. Schilddrüse ist oft schuld an unerfülltem Kinderwunsch Auch bei unerfülltem Kinderwunsch können die Schilddrüsenhormone eine Rolle spielen. Sie beeinflussen die Hormonproduktion der Eierstöcke sowie der Hoden. Rund ein Drittel aller unerfüllten Kinderwünsche werden von einer – häufig unentdeckten – Schilddrüsenfehlfunktion bei der Frau verursacht. Sind die oft nur sehr kleinen Abweichungen des TSH-Wertes behoben, werden die betroffenen Frauen meist schnell schwanger. Beim unerfüllten Kinderwunsch ist es daher sinnvoll, dass beide Partner ihre Schilddrüsenfunktion untersuchen lassen.
Schmerz – chronisch
In Deutschland leben mindestens acht Millionen Menschen mit schwer therapierbaren, länger als sechs Monate anhaltenden Schmerzen. Solche als chronisch bezeichneten Schmerzen können zunächst einmal eine körperliche Schädigung widerspiegeln, beispielsweise einen Bandscheibenvorfall. Im Gegensatz zu akuten Schmerzen haben chronische Schmerzen jedoch meist ihre Funktion verloren. Es sind Schmerzen, die selbst zur Krankheit geworden sind. Sie sind häufig diffus, das heißt, schlecht lokalisierbar. Das bedeutet für die Therapie, dass ein Erfolg versprechendes Patentrezept fehlt. Häufig sind chronische Schmerzen Teil einer langwierigen, zumeist nicht ursächlich zu behandelnden Erkrankung. Typische Beispiele für chronische Schmerzen: Rückenschmerzen Nervenschmerzen Tumorschmerzen Phantomschmerzen Der Betroffene kennt chronische Schmerzen als Dauerschmerzen oder immer wiederkehrende Schmerzen. Dadurch haben chronische Schmerzen eine ganz eigene Dimension: Sie werden zu einer ständigen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Viele schmerzgeplagte Menschen vernachlässigen Familie, Freunde, Hobbys, die ihnen früher wichtig waren. Die Gedanken, Wünsche und Hoffnungen kreisen nur noch um ein Verlangen: die Erlösung vom Schmerz. Direkte oder indirekte Folgen können sein: Appetitmangel und Mangelernährung Verdauungsstörungen Schlafstörungen Abwehrschwäche mit erhöhter Krankheitsanfälligkeit Muskelabbau und Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit (als Folge von Immobilisierung) Hoffnungslosigkeit, Resignation, Angst Depression Diese Folge sowie andere körperliche und seelische Veränderungen im Rahmen des chronischen Leidens beeinflussen wiederum die Schmerzen in ungünstiger Weise. Das sogenannte Schmerzmanagement (Arztbesuche, Medikamenteneinnahme, Anwendungen und so weiter) beherrscht zunehmend das tägliche Leben der Schmerzpatienten. Die Behandlung von chronischen Schmerzen gestaltet sich viel schwieriger als die von akuten Schmerzen. Nur im Miteinander von verschiedenen Spezialisten, zum Beispiel in einer Schmerzambulanz oder Schmerzpraxis, lässt sich das Problem in den Griff bekommen. Schmerzen entwickeln ihr eigenes Gedächtnis – die chronische Schmerzerkrankung So wie traumatische Lebenserfahrungen sich unauslöschlich im Gedächtnis einprägen, kann auch ein massiver körperlicher Schmerz dauerhaft Spuren im Nervensystem hinterlassen. Doch auch ein leichtes, aber hartnäckig wiederkehrendes Ziehen oder Stechen kann dazu führen, dass sich ein Schmerzgedächtnis bildet. Viele Formen chronischer Schmerzen entstehen aufgrund einer Verselbstständigung von Nervenimpulsen, ausgelöst durch starke, anhaltende oder immer wiederkehrende Schmerzen: Obwohl längst kein Reiz mehr vorhanden ist, kann die vom Schmerz geprägte Zelle nicht mehr abschalten und sendet weiter Impulse ans Gehirn. Ist das Schmerzgedächtnis einmal aktiviert, werden selbst harmlose Reize wie Wärme oder Berührung als Schmerz empfunden. Sogar die bloße Erinnerung an das Brennen und Ziehen einer längst verheilten Verletzung genügt dann, um die körperliche Qual wachzurufen. Bei der chronischen Schmerzerkrankung hat der Schmerz seine Warnfunktion völlig verloren, und eine Suche nach einer körperlichen Ursache für den Schmerz ist oft erfolglos.
ALS – Symptome behandeln
Die symptomatische Therapie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) zielt darauf ab, die Begleiterscheinungen der Krankheit so gut es geht abzumildern. Dafür stehen unterschiedliche Methoden und Medikamente zur Verfügung. Krämpfe Für die Behandlung von Krämpfen gibt es einige bewährte Arzneistoffe. Ergänzend zu diesen, kann Magnesium gegeben werden. Wichtig ist die regelmäßige krankengymnastische Betreuung, gegebenenfalls in Verbindung mit Hydrotherapie (Wassertherapie). Muskelzuckungen (Faszikulationen) Diese kleinen, von außen sichtbaren Muskelzuckungen treten auch bei gesunden Menschen auf und sind häufig völlig harmlos. Sie sind aber auch ein typisches Symptom bei ALS und werden von den Kranken als sehr unangenehm empfunden. „Therapeutisch besteht hier die Möglichkeit, etwa durch detonisierende Maßnahmen im Rahmen der Physiotherapie einzugreifen“, erklärt Physiotherapeut Alexander Ratzinger von der Charité Berlin. Lähmungen (Paresen) Funktionsstörungen, wie die Lähmungen (Paresen) können bei ALS nicht behandelt werden. „Ziel der Therapie ist stattdessen der Erhalt der Restfunktion und die Vermeidung schmerzhafter Fehlstellungen“, so Ratzinger. Spastik Bei ausgeprägter Spastik wird regelmäßige Physiotherapie empfohlen. Hydrotherapie (Wassertherapie) mit Übungen in warmen Pools (32 – 34°) und Kryotherapie (gezielter Einsatz von Kälte) können hilfreich sein. Antispastika (krampflösende Mittel) wie beispielsweise Baclofen und Tizanidin können manchmal ebenfalls helfen. Allerdings sollten diese Medikamente möglichst niedrig dosiert eingesetzt werden, da durch Muskelentspannung die Lähmungssymptome verstärkt werden können. Sprechstörungen (Dysarthrie) Im fortgeschrittenen Stadium kommt es bei ALS-Patienten häufig zu Sprechstörungen, sogenannten Dysarthrien. Hier kann eine Behandlung durch Logopäden (Sprachtherapeuten) helfen, um die Sprachverständlichkeit so lange wie möglich zu erhalten. Bei weit fortgeschrittenen Sprechstörungen ist der Einsatz von Hilfsmitteln wie Computern mit Sprachausgabe sinnvoll. Schluckstörungen (Dysphagie) Im Laufe der ALS-Erkrankung entwickeln Patienten häufig Schluckstörungen, so dass nur Nahrung einer bestimmten Konsistenz aufgenommen werden kann; zu flüssige, aber auch zu feste Speisen sind für den Betroffenen sehr schwer zu verzehren. In der Situation können hochkalorische Nahrungszusätze (Astronautenkost) verschrieben werden und das Erlernen bestimmter Schlucktechniken durch qualifizierte Logopäden kann den Patienten helfen. Mit fortschreitender Erkrankung aber kann das Schlucken zunehmend beeinträchtigt oder unmöglich werden. Abgesehen von hierdurch ausgelösten Komplikationen, muss Mangelernährung und dadurch bedingter Schwäche entgegengesteuert werden; die Ernährung über eine PEG-Sonde (perkutane endoskopische Gastrostomie) wird erforderlich. Diese wird von außen durch die Haut mit Zugang zum Magen gelegt. Mit so einer Ernährungssonde kann der Patient versorgt werden, wenn die orale Nahrungsaufnahme nicht mehr ausreichend ist. Wichtig ist in jedem Fall, die Art und Weise der Nahrungsaufnahme an das jeweilige Krankheitsstadium anzupassen und das normale Essen so lange wie möglich beizubehalten, da dies in hohem Maße mit Wohlbefinden, Geselligkeit und angenehmer Atmosphäre verbunden ist. Speichelfluss (Sialorrhoe) Die Lähmungserscheinungen der Muskulatur im Mundbereich und der gestörte Schluckakt führen häufig dazu, dass ALS-Patienten an einer sogenannten Sialorrhoe leiden – dabei fließt der Speichel ungehindert aus dem Mund. Patienten empfinden das meist als sehr belastend. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Speichel in die Luftröhre und die Lunge gelangt und zu Atemproblemen führt. Deshalb wird von therapeutischer Seite versucht, die Speichelproduktion herabzusetzen und symptomatisch Linderung verschaffen, etwa durch sogenannte Anticholinergika. Neuerdings kann auch die Injektion von Botulinumtoxin Typ A (Botox) in die Speicheldrüsen oder eine Bestrahlung der Speicheldrüsen vorgenommen werden. Zwanghaftes Lachen und Weinen Etwa die Hälfte aller ALS-Patienten leidet zeitweilig oder dauerhaft an zwanghaftem Lachen oder Weinen, manchmal auch zwanghaftem Gähnen. Diese sogenannte Affektlabilität kann sowohl für Patienten als auch das soziale Umfeld zur Belastung werden, lässt sich aber medikamentös behandeln. Dafür kommen verschiedene Wirkstoffe in Frage, die beispielsweise auch zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, etwa Lithium oder Citalopram. Auch Dopamin kommt zum Einsatz. Wenn die Anfälle nicht häufig auftreten oder nicht als große Belastung empfunden werden, kann auf eine Behandlung aber auch verzichtet werden. Atemprobleme (Respiratorische Insuffizienz) Am Ende des typischen Krankheitsverlaufes bei ALS steht die fortschreitende Lähmung der Atemmuskulatur und die damit einhergehenden Atemprobleme. Am Anfang dieser letzten Krankheitsphase klagen Patienten häufig über Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit oder Atemnot beim Sprechen. Anfangs lassen sich die Symptome mit einer begleitenden Atemtherapie durch Krankengymnastik positiv beeinflussen. Allerdings müssen sich Patienten spätestens jetzt entscheiden, ob sie im Falle einer kompletten Ateminsuffizienz künstlich beatmet werden wollen oder auf diese Maßnahme verzichten möchten. Bei Betroffenen, die sich gegen eine künstliche Beatmung entscheiden, können Medikamente helfen. Patienten sollten auf jeden Fall eine Patientenverfügung verfassen, damit sie sicher sein können, dass ihren Wünschen von Angehörigen und Ärzten auch entsprochen wird.Die Beatmung erfolgt vorzugsweise in Form einer nicht-invasiven Beatmung über eine Maske, manchmal auch zunächst nur nachts. Das atman - netzwerk für Beatmungspflege berichtet in einer Broschüre über Patienten in den USA, die mehr als zehn Jahre bei guter Lebensqualität künstlich beatmet wurden. Das Thema Beatmung stellt einen Bereich dar, der umfassende Vorbereitung und viel Wissen erfordert. Eine rechtzeitige Aufklärung und Planung sind für den einzelnen Patienten von größter Wichtigkeit.
Asthma – Entzündungshemmer
Kortisonpräparate Kortikosteroide (wie zum Beispiel Kortison) sind ein wichtiger Bestandteil in der Asthma-Therapie. Diese Stoffe sind fast genau so aufgebaut wie das im Körper natürlich vorkommende Kortison. Kortikosteroide wirken antientzündlich und antiallergisch. Werden sie längere Zeit eingenommen, schwillt die Bronchialschleimhaut ab, es wird weniger Schleim gebildet und die Bronchien reagieren nicht mehr so empfindlich. Je nach Verlauf des Asthmas ist eine Langzeitanwendung von Kortisonpräparaten daher sinnvoll. In fast allen Fällen reicht die Inhalation der Medikamente aus. Dadurch kann man die unerwünschten Nebenwirkungen auf ein Minimum senken, denn inhalative Kortisonpräparate sind so verändert, dass sie in der Lunge stark wirken, aber im Blut schnell abgebaut werden. Kortisonpräparate wirken nicht sofort, können also bei einem akuten Asthma-Anfall nicht helfen. Sie müssen vorbeugend eingenommen werden. Es kann mehrere Wochen dauern bis sie wirklich voll wirken. Kortison zum Inhalieren Bei der Inhalation mit Kortisonpräparaten treten besonders drei unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf: Trockenheitsgefühl im Mund, heisere Stimme, Pilzinfektionen Diese Nebenwirkungen können gut vermieden werden, indem man den Mund nach dem Inhalieren mit klarem Wasser ausspült. Innerliche Anwendung von Kortison nur bei schwerem Asthma Als Tabletten, Saft ,Zäpfchen oder Injektion ist Kortison nur bei schwerem Asthma notwendig. Wie hoch die Dosis sein muss, ist bei jedem Menschen verschieden und wird vom Arzt Schritt für Schritt ermittelt. Bei diesen Anwendungsformen muss man mit mehr Nebenwirkungen rechnen. Darunter fallen beispielsweise: Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Appetitsteigerung, Hautprobleme Kortisonpräparate verändern die Aufnahme und den Abbau von anderen Medikamenten. Dies sollten Sie bei allen Arzneimitteln (selbst leichten Kopfscherzmitteln u.ä.), die Sie einnehmen, beachten, und eventuell Ihren Arzt oder Apotheker nach Wechselwirkungen mit einem Kortisonpräparat fragen. Ernährung kann Nebenwirkungen von Kortison mildern Bei einer Dauerbehandlung mit Kortisonpräparaten hilft eine gezielte Ernährung, einige negative Effekte zu mildern: Achten Sie auf genügend Eiweiß, denn Kortisone bauen dieses ab – es besteht die Gefahr der Unterversorgung. Nehmen Sie außerdem genügend Kalzium zu sich, da Kortison die Knochendichte verringert. Kalzium ist besonders in Milchprodukten enthalten. Leukotrienantagonisten (Montelukast) Leukotriene sind Stoffe, die im Körper eine Entzündung fördern. Sie sind in verschiedenen Körperzellen vorhanden und werden sehr schnell freigesetzt, wenn ein Reiz – beispielsweise ein Allergen – in den Körper eindringt. Neben der Entzündung sind die Leukotriene für ein Verkrampfen der Bronchien und eine Erweiterung der Blutgefäße verantwortlich. Leukotrienantogonisten sind Stoffe, die Entzündungen im Körper hemmen können. Dazu blockieren sie die Stellen (Rezeptoren), an die sonst die Leukotriene andocken. Inzwischen haben sich unterschiedliche Leukotrienantagonisten herauskristallisiert, die bestimmte Stärken haben. Eine Gruppe blockiert ganz genau die Rezeptoren, die für die Verkrampfung der Bronchialmuskulatur zuständig sind. Leukotrienantagonisten haben sich bei leichtem Asthma bewährt Leukotrienantagonisten werden ergänzend bei leichtem und mittelschwerem Asthma eingesetzt, damit sich die Bronchialschleimhaut erholen kann. Insbesondere Kinder mit Asthma werden Leukotrienantagonisten (zum Beispiel der Wirkstoff Montelukast) häufig verordnet. Der Wirkstoff Montelukast ist offensichtlich auch bei Kindern mit infektbedingtem Asthma hilfreich, da sich die Zahl der Asthma-Episoden verringert und die beschwerdefreie Zeit verlängert wird. Mastzellstabilisatoren (Cromone) Die am häufigsten bei Asthma eingesetzten Substanzen aus dieser Gruppe heißen Cromoglicinsäure (DNCG) und Nedocromil. Sie wirken auf Mastzellen ein, die die Entzündung im Körper bedingen. Diese Zellen schütten aufgrund eines Reizes Stoffe (zum Beispiel Histamin) aus, die zu einer Entzündung führen. Mastzellstabilisatoren machen die Mastzellen unempfindlicher für Reize. Eine solche Wirkung kann nur prophylaktisch erfolgen, das heißt, bevor es zu einer Entzündung kommt. Mastzellstabilisatoren müssen daher frühzeitig und dauerhaft angewendet werden, um die Bronchien zu schützen. Bei einem allergischen Asthma, das durch Gräserpollen ausgelöst ist, ist es daher wichtig, den Pollenkalender im Blick zu behalten und bereits ein bis zwei Wochen vor dem erwarteten Pollenflug mit der Behandlung zu beginnen. Antikörper gegen allergisches Asthma Neuerdings ist auch ein Antikörper zur Therapie bei schwerem allergischem Asthma zugelassen. Er wird alle zwei bis vier Wochen unter die Haut gespritzt und verhindert die Wirkung des Eiweißstoffs IgE, der bei der Entstehung der allergischen Reaktion von Bedeutung ist.
Epilepsie – Symptomatisch ähnliche Krankheiten
Auch bei anderen Erkrankungen als der Epilepsie können Anfälle auftreten, die epileptischen Anfällen ähneln. Um Epilepsie sicher diagnostizieren zu können, ist deshalb eine Differenzialdiagnostik nötig, bei der andere Grunderkrankungen ausgeschlossen werden. Gesicherte Diagnose Nur die Gesamtheit aller Beschwerden und Symptome, unter denen ein Patient leidet, gibt letztendlich Aufschluss darüber, welche Erkrankung tatsächlich vorliegt. Krankheiten, die bei der Diagnostik aufgrund sehr ähnlicher oder nahezu identischer Symptomkomplexe ebenfalls in Frage kommen, werden als Differenzialdiagnosen bezeichnet. Der Arzt schließt diese mittels der sogenannten Differenzialdiagnostik als Ursache aus, bevor er mit der Therapie beginnt. Differenzialdiagnose: Migräne Migräne unterscheidet sich in den meisten Fällen recht deutlich von Epilepsie. Typischerweise treten bei Migräne pochende Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie eine hohe Licht- und Geräuschempfindlichkeit auf. Die Aura (das Sehen von Lichtblitzen, Flimmern oder Linien), die bei einigen Menschen mit Migräne dem Anfall vorausgeht, fällt meist länger aus als die bei Epileptikern. Differenzialdiagnose: Transitorisch-ischämische Attacke (TIA) Auch die transitorisch-ischämische-Attacke (TIA) kann eine Differenzialdiagnose bei Epilepsie sein. Ihre Symptome gleichen jedoch eher denen eines Schlaganfalls: Sehstörungen, schleppende Sprache, Taubheitsgefühle um den Mund und Schluckstörungen treten auf. Diese Beschwerden bilden sich bei einer TIA wieder vollständig zurück. Differenzialdiagnose: Synkopen Bei Synkopen verlieren die Betroffenen anfallartig das Bewusstsein, die Muskelspannung setzt aus. Diese Anfälle dauern nur einige Sekunden und haben mit Epilepsie nichts zu tun. Die Ursache ist eine vorübergehend verminderte Durchblutung des Gehirns. Differenzialdiagnose: Narkolepsie Die Narkolepsie ist eine Schlafstörung. Die Betroffenen schlafen auch tagsüber plötzlich ein, sogar während einer Tätigkeit. Sie sind während der Einschlaf- und Aufwachphase wie gelähmt und können sich nicht bewegen. Auch Wachträume können bei Narkolepsie auftreten, sogenannte hypnagoge Halluzinationen. Die Betroffenen träumen dann in wachem Zustand, können sich aber nicht rühren. Zudem treten bei Narkoleptikern Kataplexien auf. Das bedeutet, die Muskelspannung lässt plötzlich stark nach, der Patient knickt in den Knien ein oder stürzt, bleibt aber bei vollem Bewusstsein. All diese Symptome ähneln denen einer Epilepsie, weswegen Narkolepsie mithilfe einer Differenzialdiagnostik ausgeschlossen werden muss. Narkolepsie wird vermutlich durch eine ungenügend ausgereifte Schlaf-Wach-Regulation im Gehirn ausgelöst. Auch Hirnerkrankungen und -verletzungen stehen in Verdacht, Narkolepsie zu verursachen. Differenzialdiagnose: Fieberkrampf bei Kindern Fieberkrämpfe kommen hauptsächlich bei Kindern zwischen einem halben und fünf Jahren vor. Die Kinder sind meist völlig gesund. Ihr Gehirn löst bei Fieber, das schnell ansteigt, einen Krampfanfall aus. Zum Teil steigt das Fieber so schnell, dass die Eltern vor dem Anfall gar nicht wussten, dass das Kind fiebert. Ursache für das Fieber ist meist ein Virusinfekt, Fieberkrämpfe können jedoch auch im Zusammenhang mit Masern, Mumps und Röteln auftreten. Zudem scheint es eine genetische Veranlagung für Fieberkrämpfe zu geben. Bei einem Fieberkrampf verdreht das betroffene Kind die Augen oder bekommt einen starren Blick. Es reagiert nicht mehr und hält den Atem an. Manche Kinder verlieren kurz das Bewusstsein. Arme, Beine und Gesichtsmuskeln können bei einem Fieberkrampf zucken, müssen aber nicht. Nach wenigen Minuten lässt der Anfall nach, das Kind kommt wieder zu Bewusstsein. Dennoch sollte sofort ein Arzt verständigt werden. Zudem empfiehlt es sich, das Kind auf den Boden zu legen, damit es sich nicht verletzt, seine Kleidung zu lockern und sich zu merken, wie lange der Krampf gedauert hat. Differenzialdiagnose: Affektkrampf bei Kindern Ein Affektkrampf wird durch Wut ausgelöst und deshalb auch als „Wutkrampf“ oder medizinisch als respiratorischer Affektkrampf bezeichnet. Ein solcher Krampf kann Eltern verängstigen, ist jedoch harmlos. Aus Wut oder auch wegen eines plötzlichen Schmerzes schreit das Kind kurz auf. Die Stimmritze im Hals verschließt sich und die Atmung setzt aus. Durch die kurzzeitig verminderte Sauerstoffversorgung verfärbt sich die Haut des Kindes bläulich und es wird bewusstlos. Während der Bewusstlosigkeit lässt der Krampf nach und das Kind beginnt wieder zu atmen. Obwohl Affektkrämpfe harmlos sind, sollte dennoch ein Arzt konsultiert werden, um andere Ursachen für den Anfall auszuschließen.