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Alkoholsucht
Sekt zum Anstoßen am Geburtstag oder zum Jahreswechsel, ein Gläschen Wein zum Abendessen – Alkohol gehört in unserer Gesellschaft bei vielen Gelegenheiten einfach dazu. Viele verbinden ihn mit Feiern und Geselligkeit. Die Übergänge vom normalen Alkoholkonsum über Alkoholmissbrauch bis zur Alkoholkrankheit (auch Alkoholsucht, Alkoholabhängigkeit oder Alkoholismus genannt) sind dabei fließend. Alkoholabhängigkeit seit 1968 als Krankheit anerkannt Seit 1968 ist Alkoholabhängigkeit als Krankheit anerkannt. Etwa 1,6 Millionen Deutsche gelten als alkoholkrank. Am häufigsten sind Männer betroffen – bei ihnen stellt Alkoholsucht die häufigste psychische Störung dar. Doch auch unter Frauen und Jugendlichen („Komasaufen“) nimmt der Alkoholkonsum immer mehr zu. Pro Jahr sterben in Deutschland bis zu 74.000 Deutsche an den Folgen von Alkoholkonsum oder einer Kombination aus Alkohol- und Tabakkonsum. Am häufigsten sind Männer mittleren Alters betroffen. Die Wirkung von Alkohol im Körper Wenn wir Alkohol trinken, wird dieser über die Schleimhaut des Verdauungstrakts ins Blut aufgenommen und so im gesamten Körper verteilt. Auf diese Weise gelangt er auch ins Gehirn. Dort beeinflusst er die Informationsübertragung der Nervenzellen. Abhängig von der getrunkenen Menge wirkt der Alkohol entweder anregend und stimmungsaufhellend oder berauschend und reaktionshemmend. Zudem hat Alkohol eine „belohnende“ Wirkung. Diese ist darauf zurückzuführen, dass durch den Alkohol – ähnlich wie bei anderen Suchtmittel – der Neurotransmitter Dopamin freigesetzt wird. Dopamin ist ein Botenstoff, der für Glücksgefühle sorgt. Die höchste Alkoholkonzentration lässt sich im Blut etwa 45 bis 75 Minuten nach dem Konsum nachweisen. Bei der gleichen Menge Alkohol liegt die Blutalkoholkonzentration bei Frauen höher als bei Männern, weil Männer normalerweise größer und schwerer sind und mehr Körperflüssigkeit haben als Frauen. Pro Stunde kann der Organismus etwa 0,1 bis 0,2 Promille wieder abbauen. Der Abbau des Alkohols findet dabei zu mehr als 90 Prozent in den Zellen der Leber statt und kann durch keine Maßnahme beschleunigt werden. Der Konsum von Alkohol kann körperliche Reaktionen wie Schwindelgefühle, einen erhöhten Puls, erweiterte Blutgefäße und vermehrtes Schwitzen verursachen. Psychische Reaktionen sind zum Beispiel das Senken der Hemmschwelle, etwa für riskantes Verhalten, Verhaltensänderung und Stimmungsschwankungen. Verschiedene Ursachen für die Alkoholkrankheit Für die Entstehung der Alkoholkrankheit gibt es verschiedene Ursachen, wobei nie nur eine Ursache allein zur Alkoholabhängigkeit führt. Sowohl biologische Faktoren wie die Gene, als auch psychologische und soziokulturelle Faktoren spielen eine Rolle. Neben körperlichen Symptomen wie übermäßiges Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen, Zittern und ein unsicherer Gang können bei Alkoholsucht auch psychische Symptome wie Vergesslichkeit, innere Unruhe, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und Potenzstörungen auftreten. Langfristig sind durch Alkoholabhängigkeit Folgeerkrankungen wie Leberschädigungen (Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündungen), Stoffwechselschädigungen, Krebs oder eine Schädigung des Gehirns möglich. Therapie verläuft in vier Phasen Die Therapie der Alkoholkrankheit erfolgt in vier Phasen: der Kontaktphase, der Entgiftungsphase, der Entwöhnungsphase und der Nachsorgephase. Vollständig heilbar ist die Alkoholsucht dadurch jedoch nicht, ein Rückfall ist jederzeit möglich. Daher ist es notwendig, dass der Betroffene auch nach der Therapie keinen Alkohol mehr trinkt.
Alkoholsucht – Folgeerkrankungen
Durch Alkoholsucht (Alkoholabhängigkeit) kann eine Vielzahl von Folgeerkrankungen auftreten. Hierbei ist zwischen kurzfristigen und langfristigen Folgen zu unterscheiden. Eine der bekanntesten kurzfristigen Folgen ist wohl die akute Alkoholintoxikation, auch als „Rausch“ bezeichnet. Unmittelbare Folgen: Entzugssyndrom und Alkoholdelir Wenn ein Mensch mit Alkoholsucht entweder gewollt oder ungewollt auf Alkohol verzichtet, kommt es zum sogenannten Entzugssyndrom (Prädelir). Es zeigt sich durch charakteristische Entzugserscheinungen wie zum Beispiel Brechreiz, Durchfall, Bluthochdruck, erhöhter Schweißneigung, Schlafstörungen, Zittern (Tremor), Krampfanfällen, innere Unruhe, Schreckhaftigkeit und Wahrnehmungsstörungen. Meist klingt das Entzugssyndrom nach drei bis sieben Tagen wieder ab. Bei manchen Alkoholabhängigen kommt es jedoch zu einem sogenannten Alkoholdelir (Delirium tremens), das einen lebensbedrohlichen Notfall darstellt. Dabei zeigen sich die gleichen Symptome wie beim Entzugssyndrom, jedoch in der Regel in stärkerer Ausprägung. Hinzu kommen Desorientiertheit, Bewusstseinsstörungen sowie optische Halluzinationen, bei denen der Betroffene zum Beispiel kleine Tiere wahrnimmt. Bei einem solchen Delir muss der Patient unbedingt ins Krankhaus eingewiesen werden. Neben diesen eher kurzfristigen Folgen der Alkoholsucht kann es bei den Betroffenen auch zu vielen langfristigen Folgeerkrankungen kommen. Langfristige Folgeerkrankungen der Alkoholsucht: Magenschleimhautentzündung (Gastritis) mit Erbrechen und Übelkeit, Leberschädigungen (Fettleber, Leberentzündung, Leberzirrhose), Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündungen), Stoffwechselstörungen, Erkrankungen des Nervensystems, Schädigung des Gehirns (Schrumpfung des Hirngewebes), Depressionen, Krebs (zum Beispiel der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfs, der Speiseröhre, des Darms, der Leber oder der weibliche Brust) Diese Erkrankungen gehören zu den bekanntesten Folgeerkrankungen der Alkoholsucht. Insgesamt kann Alkohol jedoch ungefähr 60 verschiedene Krankheiten verursachen. Soziale Folgen der Alkoholsucht Alkoholsucht kann nicht nur körperliche Folgen für den Abhängigen haben, sondern auch soziale: Häufig entstehen durch die Alkoholabhängigkeit Probleme in der Familie und am Arbeitsplatz (Leistungsabfall, zunehmende Fehlzeiten bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes). Auch Freunde und Bekannte können sich vom Betroffenen abwenden. Es kommt oft zu Konflikten. Durch Trunkenheitsfahrten passiert es auch häufig, dass Alkoholsüchtige den Führerschein verlieren. Alkohol in der Schwangerschaft kann das Kind schädigen Wichtig ist auch die Tatsache, dass Alkohol nicht nur den Betroffenen selbst schädigen kann. Wenn die werdende Mutter in der Schwangerschaft Alkohol trinkt, kann auch das ungeborene Kind schwerste Schäden erleiden – sowohl körperlich als auch geistig. Dafür genügen bereits kleine Mengen. Denn der Alkohol gelangt über den Mutterkuchen (Plazenta) direkt in den Blutkreislauf des Ungeborenen. Im schlimmsten Fall tritt das sogenannte Fetale Alkoholsyndrom auf: Dabei kommt es nicht nur zu körperlichen Schäden, sondern auch zu bleibenden Entwicklungs- und Verhaltensstörungen. Übrigens: Auch in der Stillzeit kann Alkohol negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben.
Alter/Medikamente – Einnahme
Nur wer um die Risiken einer schlecht abgestimmten Medikation weiß, wird seinen Umgang mit Medikamenten überdenken. Ohne die Mitwirkung des Patienten kann der Arzt die medikamentöse Therapie trotz noch so großer Umsicht nicht sicher gestalten. Wichtig ist es, dem behandelnden Arzt alle Medikamente und Arzneimittel zu nennen – auch die, die nicht rezeptpflichtig sind. Außerdem sollte er über alle Veränderungen und Beschwerden in Kenntnis gesetzt werden, die der Patient bemerkt. Viele Nebenwirkungen können vermieden werden, wenn man sich an die Einnahmeempfehlungen des Arztes hält und um eine verständliche Erklärung bitten, wenn man Fragen zum Medikament oder zur Medikamenteneinnahme hat. Medikamenteneinnahme: Mitarbeit des Patienten ist gefragt Entscheidend für den Therapieerfolg ist die Mitarbeit des Patienten: Auch eine gut angepasste Arzneimitteltherapie bleibt ohne Erfolg, wenn die Medikamente unregelmäßig oder gar nicht eingenommen werden. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt ist daher genauso wichtig wie die Umsicht und das Wissen des Arztes. Zu warnen ist besonders vor der sorglosen Mitbenutzung von Medikamenten anderer Familienmitglieder. Auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente ohne vorherige Absprache mit dem behandelnden Arzt einzunehmen, kann zu bedrohlichen Neben- und Wechselwirkungen führen – zum Beispiel zwischen Schmerzmitteln und Blutdruckmedikamenten. Missbrauch von Medikamenten und Arzneimittelsucht Nicht nur die unregelmäßige, sondern auch die übermäßige Einnahme von Medikamenten kann im Alter ein Thema sein. Besonders häufig finden sich Abführmittel auf dem Medikamentenplan älterer Menschen. Denn mangelnde Bewegung, die Einnahme vieler verschiedener Medikamente und nicht ausreichendes Trinken können zu Schwierigkeiten beim Stuhlgang führen. Viele ältere Menschen leiden unter anderem an Schlafstörungen, Verdauungsproblemen, Ängsten oder Verspannungen. Häufig sind die Ursachen psychische Probleme. Die dagegen verschriebenen Medikamente können abhängig machen. Dazu gehören: Beruhigungs- oder Schlafmittel, Antidepressiva, Neuroleptika Hilfe durch Angehörige Angehörige kennen den Patienten und seine Lebensumstände oft besser als der Arzt und können dem Arzt zusätzliche Informationen geben. Sie können auch auf Probleme oder Geschehnisse aufmerksam machen, über die der Patient selbst nicht mit seinem Arzt sprechen möchte oder die er selbst für nicht so wichtig erachtet.  Angehöriger können mit darauf achten, ob Probleme im Zusammenhang mit Medikamenten auftreten und oft auch helfen, sie zu lösen: Sie können zum Beispiel bei Verständnisschwierigkeiten oder Sehschwäche den Beipackzettel vorlesen und erklären oder bei der Entnahme von kleinen Tabletten aus der Packung behilflich sein. Sie können die Tabletten für den nächsten Tag oder die Woche bereitstellen und das Verfallsdatum der Medikamente prüfen.   Beipackzettel und Anwendungsbeschreibung sollten Angehörige aufmerksam lesen und den Patienten auffordern, sich daran zu halten. Wenn Fragen aufkommen, sollten sie auf keinen Fall eigenmächtig die Medikamente und die Einnahmeempfehlungen des Arztes verändern.
Schwangerschaftsbeschwerden – Anämie
Blutarmut (Anämie) ist eine häufige aber für gewöhnlich harmlose Beschwerde in der Schwangerschaft, die vor allem in der zweiten Schwangerschaftshälfte auftritt. Ursachen einer Anämie in der Schwangerschaft Unter Anämie versteht man einen Mangel an roten Blutkörperchen. Diese haben die Aufgabe, den über die Lunge aufgenommenen Sauerstoff zu den Körperzellen zu transportieren, die ihn für die Energiegewinnung benötigen. Die roten Blutkörperchenwerden im Knochenmark gebildet. Dazu braucht der Körper unter anderem Eisen, Vitamin B12 und Folsäure. Fehlen diese Stoffe, werden weniger rote Blutkörperchen gebildet, die Sauerstoffversorgung wird schlechter und damit auch die Energiegewinnung. Es kommt zu den typischen Anämie-Symptomen: Müdigkeit, Blässe, geringe Belastbarkeit. Eine leichte Anämie ist keine eigentliche Krankheit, sondern eine häufige Folge der körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft. Der Bedarf an Baustoffen für die Blutbildung erhöht sich, da nicht nur das Blutvolumen der Mutter zunimmt, sondern auch das Kind selbst Blut bildet. Die nötigen Bestandteile dafür (zum Beispiel Eisen und Folsäure) holt es sich von der Mutter – besonderes während der Wachstumsschübe in der 28. bis 32. Schwangerschaftswoche. Dadurch kommt es leicht zu einem Mangel an diesen Baustoffen und dadurch zu einer Anämie bei der Mutter. Die häufigste Ursache für eine Anämie in der Schwangerschaft ist Eisenmangel. Aber auch ein Mangel an Folsäure kann zu Anämiesymptomen führen. Symptome und Diagnose einer Anämie Eine leichte Anämie macht sich durch ständige Müdigkeit, Energielosigkeit, Konzentrationsstörungen und Blässe bemerkbar. Ist die Anämie stärker ausgeprägt, steigert sich das Herzklopfen, das Schwangere ohnehin oft spüren. Auch Schlafstörungen, Beklemmungsgefühle und Schwindel sind mögliche Anzeichen. Der Arzt erkennt eine Anämie durch eine Blutuntersuchung: der Hb-Wert, also der Wert für die Konzentration des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, der für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist, ist zu niedrig. Therapie bei Eisenmangel in der Schwangerschaft Im Vordergrund der Behandlung einer leichten Anämie steht, den Eisenmangel auszugleichen. Normalerweise empfiehlt der Arzt entsprechende Eisentabletten oder Eisensaft aus der Apotheke. Die meisten Frauen vertragen diese Präparate sehr gut und spüren schnell, wie die Beschwerden nachlassen. Manche Frauen reagieren jedoch mit Übelkeit und Verstopfung auf Eisenpräparate. Der Arzt kann dann Eisen spritzen oder als Infusion verabreichen.Wenn Sie schon unter Eisenmangel leiden, reicht eine besonders eisenreiche Ernährung meist nicht aus, um ihn zu beheben. Aber Sie können vorbeugen: Fleisch, Fisch und viele Gemüsesorten enthalten reichlich Eisen. Eisen tierischen Ursprungs wird vom Organismus besser aufgenommen. Ein Glas frisch gepresster Orangensaft zum Essen verbessert die Eisenaufnahme, weil er das dafür benötigte Vitamin C zur Verfügung stellt. Kaffee und Tee (auch grüner Tee) vermindern die Eisenaufnahme, wenn sie zu den Mahlzeiten getrunken werden. Vorbeugung von Folsäuremangel in der Schwangerschaft Zu einem Mangel an Folsäure sollte es eigentlich überhaupt nicht kommen. Schwangere und Frauen, die planen, ein Kind zu bekommen, sollten schon vier Wochen vor einer (geplanten) Empfängnis und bis zu zwölf Wochen danach Folsäure in Form eines Vitaminpräparates zuführen. Das ist nötig, weil der Bedarf an diesem Vitamin mit der Ernährung allein kaum gedeckt werden kann.
Wechseljahre – Ratgeber
Mit den Wechseljahren (Klimakterium) steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose. Deshalb ist eine gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen und wenig Fett für Frauen im Klimakterium sehr wichtig. Idealerweise sollten mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren einen Großteil des aufgenommenen Fetts bilden. Von Hungerkuren ist dagegen in und nach den Wechseljahren besonders abzuraten. Sie sind nicht nur schlecht für die Figur, weil Muskelmasse abgebaut und der Körper dadurch schlaffer wird – sie erhöhen auch die bereits bestehende Osteoporosegefahr noch weiter. Einige Verhaltensregeln, die Sie in unserem Ratgeber finden, helfen dagegen beim gesunden Abnehmen in den Wechseljahren. Ernährung und Abnehmen in den Wechseljahren Ernährt sich eine Frau ausgewogen, deckt sie ihren Vitamin- und Mineralstoffbedarf in der Regel mit der Nahrung ab. Leidet sie aus irgendwelchen Gründen an einem Mangel an bestimmten Mikronährstoffen, im Volksmund auch Vitalstoffe genannt, können eventuell Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. In den Wechseljahren sind beispielsweise Kalzium und Vitamin D sehr wichtig. Allerdings kann man diese über eine gesunde Ernährung und beispielsweise Spaziergänge im Sonnenlicht (für die Vitamin D-Zufuhr) aufnehmen. Mit der richtigen Ernährung können Frauen auch in den Wechseljahren gesund abnehmen.Rauchen in den Wechseljahren lässt das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall um das Dreifache steigen. Außerdem erhöht der Tabakkonsum das Osteoporoserisiko weiter. Ein Rauchstopp lohnt sich zu jedem Zeitpunkt im Leben: Das Risiko für Infarkte sowie für Erkrankungen der Herzkranzgefäße sinkt sehr schnell. Sport und Bewegung gegen die Beschwerden im Klimakterium Wirksam gegen die Beschwerden in den Wechseljahren ist auch Sport: Sporttreibende Frauen leiden seltener unter Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Bewegung wirkt beruhigend auf das Nervensystem, positiv auf Knochen und Gefäße und senkt das Brustkrebsrisiko. Ausdauersport hat großen Nutzen für Herz, Kreislauf und Stoffwechsel, Krafttraining hilft dagegen beim Muskelaufbau, der die Knochen stabilisiert und Osteoporose vorbeugt. Training für die Gefäße stellen darüber hinaus Kneippgüsse dar. Sie können die Symptome der Wechseljahre lindern. Die Temperaturreize helfen bei Hitzewallungen und Schweißausbrüchen im Klimakterium und härten gegen Stress ab. Auch Wechselgüsse sind empfehlenswert. Sexualität und Psyche in den Wechseljahren Mit dem Problem erkalteter Leidenschaft haben viele Paare nach langjähriger Beziehung zu kämpfen – auch und vor allem während und nach den Wechseljahren der Frau. Erfolgversprechend kann dann eine sexualmedizinische Behandlung durch einen Sexualtherapeuten sein. Die Beschwerden in den Wechseljahren sind durch hormonelle Veränderungen bedingt. Dennoch kann die Ausprägung der Symptome auch eine Frage der Konstitution der Psyche und der inneren Einstellung sein. Selbstbewusste Frauen haben es meist leichter, denn viele Frauen fühlen sich in den Wechseljahren nicht mehr so schön und begehrenswert. Sie spüren eine nachlassende Aufmerksamkeit ihrer Umgebung. Dieses Gefühl hinterlässt Spuren: die Wechseljahresbeschwerden können ausgeprägter ausfallen oder es können psychische Beschwerden auftreten. In Selbsthilfegruppen finden Betroffene Hilfe Selbsthilfegruppen können Frauen in den Wechseljahren helfen, da sie dort offen reden können und nicht mehr das Gefühl haben, mit ihren Problemen alleine zu sein. Medizinische Themen wie die Hormonersatztherapie können hier genauso diskutiert werden wie Themen aus Partnerschaft und Beruf. In unserem Ratgeber lesen Sie ein interessantes Interview mit Evelin Witte, die eine Gruppe für Wechseljahresprobleme besucht hat und von ihren Erfahrungen berichtet. Klimakterische Symptome sind zudem abhängig von kulturellen Faktoren. In Thailand und Nordindien beispielsweise freuen sich Frauen auf die Wechseljahre, weil sie dann keine Kinder mehr gebären müssen. Sie haben dadurch auch weniger Wechseljahresbeschwerden.In unserem Ratgeber finden Sie hilfreiche Adressen und Links zum Thema Wechseljahre. Außerdem enthält der Ratgeber ein Lexikon mit allen wichtigen Begriffen rund um das Thema Klimakterium.
Wechseljahre – Gesprächsgruppen
Es gibt Selbsthilfegruppen für Alkoholsüchtige, Multiple-Sklerose-Kranke und Stoma-Träger. Inzwischen treffen sich sogar Kaufsüchtige und Workaholics. Und nun soll es auch noch spezielle Gesprächsgruppen für Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) geben? Die Wechseljahre sind ein Lebensabschnitt und als solcher kein spezielles Problem, mögen Kritiker des Psychologisierens einwenden. Doch sie übersehen: Für manche Frau sind die Wechseljahre eine echte Krisenzeit. Keine grauen Mäuschen „Viele Frauen um die 50 fühlen sich ausgegrenzt. Sie finden es schwierig irgendwo rein zu kommen – und dann haben sie obendrein noch mit körperlichen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schlafstörungen zu tun“, sagt Marlene Neske, Sozialpädagogin und Psychodramaleiterin, die am Frauenklinikum der Universität Freiburg die Gesprächsgruppe „Frauen in den Wechseljahren“ mit gegründet hat. Es sind nicht zurückgezogene, graue Mäuschen, die die Freiburger Gesprächsgruppe besuchen: Viele Teilnehmerinnen arbeiten, zum Beispiel als Lehrerin oder Apothekerin. Trotzdem fehlt ihnen jemand, mit dem sie über das Thema Wechseljahre sprechen können. „Manche Frau denkt darum zunächst, sie sei die Einzige, die Probleme mit den Wechseljahren habe“, meint die 50-Jährige. Vorherrschende Themen in der Gesprächsgruppe: Partnerschaft und Beruf Auf dem Programm der Freiburger Gesprächsgruppe stehen medizinische Themen wie die Hormonersatztherapie und alternativen Behandlungsformen. Doch für die meisten Teilnehmerinnen sind dies Randinteressen. „Wo stehe ich jetzt? Wo möchte ich hingehen? Diese Fragen sind für die Frauen viel drängender“, sagt Neske. Auf der Tagesordnung finden sich deshalb auch Themen wie Partnerschaft, Berufsperspektiven, Ablösung von den Kindern und Umgang mit den eigenen, eventuell schon pflegebedürftigen Eltern. „Die Frauengruppe hat mir Mut gemacht“ Spezielle Gesprächsgruppen für Wechseljahresprobleme mögen bei mancher Frau auf Skepsis stoßen. Handelt es sich nicht nur um Kaffeekränzchen? Diesen Verdacht kann Evelin Witte, die eine Gesprächsgruppe des Frauenklinikums der Universität Freiburg besucht hat, nicht unterstützen: Die Gespräche mit anderen Frauen haben ihr geholfen, manches Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen. Kirsten Gaede von der Forschungsgruppe Geriatrie des Evangelischen Geriatriezentrums in Berlin (EGZB) sprach mit der 50-jährigen alleinerziehenden Mutter. EGZB: Frau Witte, warum haben Sie die Gesprächsgruppe „Frauen in den Wechseljahren" besucht?Witte: Ich musste mit Ende 40 wegen Fingerarthrose meinen Job als Datentypistin in einer Zeitarbeitsfirma aufgeben. Es hat mich interessiert, wie Altersgenossinnen eine solche Phase des Umbruchs meistern. Ich wollte auch wissen, wie andere Alleinerziehende zum Beispiel mit einem pubertierenden Bub umgehen. Hinzu kam noch, dass ich relativ neu in Freiburg war und Kontakte knüpfen wollte. Die typischen Wechseljahresbeschwerden spielten bei Ihnen keine Rolle?Nein, sie waren für mich nie ein Thema. Ich bin schon mit 43 in die Wechseljahre gekommen und habe kaum unter Beschwerden gelitten. Für mich gehörten die Wechseljahre mit ihren körperlichen Veränderungen einfach zum Lebensalltag. Was hat Ihnen besonders an der Gesprächsgruppe gefallen?Wir haben jedesmal sehr konzentriert an einem speziellen Thema gearbeitet. Es war wie eine Weiterbildung: Auch Frauenärzte und Heilpraktiker hielten Vorträge. Aber es ging natürlich nicht nur um medizinische Aspekte der Wechseljahre. An einem Abend hat jede von uns ihre Biografie vorgetragen und die Frage zu beantworten versucht, welche Ziele wir noch verwirklichen wollen. Was hat die Gesprächsgruppe bei Ihnen bewirkt?Ich habe wieder näher hingeschaut und mich nach meinen Perspektiven gefragt: Ich hatte schon immer den Traum, mich mit einem Angebot für Lebensbegleitung selbstständig zu machen. Dass ich ihn jetzt tatsächlich verwirklicht habe, dazu hat sicherlich auch die Gesprächsgruppe beigetragen. Sie hat mir Mut gemacht und war also auf gewisse Weise ein Meilenstein auf meinem Weg in die Selbstständigkeit. Ach ja und ganz wichtig: Seit ich die Gesprächsgruppe besucht habe, gehe ich dreimal die Woche in ein Fitnessstudio für Frauen – dass ich so viel Selbstdisziplin aufbringe, hätte ich nie gedacht.
Wechseljahre – Symptome/Beschwerden
Vor der letzten Monatsblutung (Menopause) können Wechseljahres-Symptome in Form von Unregelmäßigkeiten in der Menstruation auftreten: schwache Regelblutungen (Hypomenorrhoe), starke Regelblutungen (Hypermenorrhoe), verlängerte Menstruation (Menorrhagie), Schmierblutungen vor und nach der eigentlichen Menstruation, verkürzte Zyklen unter 25 Tagen (Polymenorrhoe), verlängerte Zyklen über 35 Tage (Oligomenorrhoe), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö) Die bekanntesten Symptome in den Wechseljahren (Klimakterium) sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Über 70 Prozent der Frauen leiden unter den sogenannten vasomotorischen Störungen, das heißt, die Gefäße reagieren in den Wechseljahren nicht mehr angemessen auf bestimmte äußere Reize. Diese Symptome sind allerdings vorübergehend. Sie werden nach Ende des Klimakteriums immer seltener. Dies gilt auch für andere typische Beschwerden in den Wechseljahren wie: Herzrasen, Schwindel, Schlafstörungen (meistens aufgrund von Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen), Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit und Aggressionen, Kopfschmerzen, oft migräneartig, Konzentrationsstörungen, Nervosität, Angstzustände, starke Blutungen, Gelenk- und Muskelschmerzen. Zudem steigt nach den Wechseljahren durch den Östrogenmangel das Risiko für ernsthafte Erkrankungen wie Osteoporose und Arteriosklerose: Schließlich verringern Östrogene den Knochenabbau und senken den Spiegel des gefäßschädigenden LDL-Cholesterins – des „schlechten Cholesterins“. Weitere Symptome werden vom Östrogenspiegel beeinflusst. Bei diesen Symptomen handelt es sich vor allem um: Verringerte Durchblutung und Durchfeuchtung der Schleimhäute (trockene Scheide, trockene Augen, empfindliche Mundschleimhaut), Blasenschwäche (Harninkontinenz), Gewichtszunahme, Fettumverteilung, Veränderungen an Haut und Haaren (Verlust an Elastizität, Haut und Haare werden dünn und trocken, Haarwuchs im Gesicht (Kinn, Oberlippe), Libidoverlust Symptome oft besonders stark bei Frauen mit PMS Nicht alle Beschwerden und Krankheiten, die typischerweise in oder nach den Wechseljahren auftreten, sind jedoch eindeutig auf die veränderte Hormonsituation zurückzuführen. Ein klarer Zusammenhang besteht bei starken Blutungen, vasomotorischen sowie urogenitalen Beschwerden (zum Beispiel Scheidentrockenheit und Harninkontinenz). Auch Osteoporose und Arteriosklerose werden durch die sinkende Östrogenproduktion im Klimakterium gefördert. Auslösender Faktor ist sie allerdings selten. Zur Osteoporose tragen oft Bewegungs- und Belastungsmangel mehr bei als ein Östrogenmangel.Wer in der Vergangenheit unter ausgeprägten prämenstruellen Störungen (Prämenstruellem Syndrom) gelitten hat, ist oft auch von Beschwerden in den Wechseljahren besonders stark betroffen. Für Frauen mit Eierstockentfernung sind die Wechseljahre oft ebenfalls eine unangenehme Lebensphase: Bei ihnen setzt der Hormonmangel abrupt ein. Zudem fällt der Einfluss der Ovarien auf die periphere Östrogenproduktion weg, der bei Frauen ohne Eierstockentfernung auch noch in der Postmenopause besteht.Durchschnittlich seltener betroffen von typischen Wechseljahresbeschwerden sind höher Gebildete sowie Frauen, die regelmäßig Sport treiben und ihre Freizeit aktiv gestalten.
Wechseljahre – Therapie/Behandlung
Die vor einiger Zeit weitverbreitete Hormonersatztherapie (HET) verschreiben Ärzte nur noch bei extremen Beschwerden in den Wechseljahren (Klimakterium). Patientinnen, deren Schweißausbrüche oder Stimmungsschwankungen aus medizinischer Sicht als mild einzustufen sind, erhalten normalerweise kein Rezept mehr, da die Risiken einer Therapie mit Hormonen ihren Nutzen nicht aufwiegen. Dies bedeutet aber nicht, dass Frauen in den Wechseljahres die typischen Beschwerden einfach hinnehmen müssen. Es gibt eine ganze Reihe alternativer Therapiemöglichkeiten, die oftmals sogar wirkungsvoller sind als die Hormonersatztherapie. Denn eindeutige Erfolge lassen sich mit der Hormonersatztherapie nach Aussagen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (Therapieempfehlungen der AkdÄ von 2003 zu „Hormontherapie im Klimakterium“) ohnehin nur bei Hitzewallungen und urogenitalen Beschwerden – wie häufige Harnwegsinfektionen und trockener, juckender Scheide – erzielen. Selbst bei Symptomen wie Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen wirke die HET als Therapie nur bedingt. Die wichtigste Behandlung: Sport, gesunde Ernährung, Rauchstopp Oftmals können schon Änderungen des Lebensstils die Beschwerden in den Wechseljahren lindern. Sport zum Beispiel ist ein sehr wirksames Mittel: Er kann das vegetative Nervensystem stabilisieren, was sich günstig auf Hitzewallungen und Schlaf auswirkt. Auch hebt Bewegung in vielen Fällen die Stimmung und beugt Krankheiten wie Arteriosklerose und Osteoporose vor. Wesentlich für die Prävention von Zivilisationskrankheiten, die mit den Wechseljahren immer wahrscheinlicher werden, ist zudem eine gesunde Ernährung und ein Rauchstopp. Pflanzenextrakte gegen Hitzewallung und depressive Verstimmungen Halten die Wechseljahresbeschwerden trotz Änderung des Lebensstils an, können pflanzliche Arzneien eine Hilfe sein: Bei unregelmäßigen Zyklen hat sich die Anwendung von Keuschlamm (Mönchspfeffer, Vitex Agnus Castus) bewährt. Diese Arzneipflanze wirkt ausgleichend auf den weiblichen Hormonhaushalt und wird auch beim Prämenstruellen Syndrom eingesetzt. Es gibt entsprechende Tabletten, Kapseln oder Tropfen.Die Wirkung von Phytohormonen, beispielsweise Extrakte aus der Traubensilberkerze, sollen Hitzewallungen in den Wechseljahren dämpfen und das Osteoporose-Risiko senken. Diese Wirkungen konnten jedoch in Studien nicht nachgewiesen werden. Zudem können bei der Einnahme von Präparaten mit Traubensilberkerze als Nebenwirkungen schwere Leberschäden auftreten. Bei depressiven Verstimmungen ist manchmal eine Therapie mit einem Johanniskraut-Extrakt sinnvoll. Für Frauen, die zum Beispiel wegen familiärer Veranlagung effektiv einer Osteoporose vorbeugen wollen, gibt es außerdem sehr wirkungsvolle synthetische Präparate wie die Bisphosphonate.Auch homöopathische Mittel und Schüßler-Salze können bei Beschwerden in den Wechseljahren eingesetzt werden. In Gesprächsgruppen neue Perspektiven finden Besonders bei aufsteigender Hitze können auch Kneipp-Anwendungen in den Wechseljahren von großem Nutzen sein. Für Frauen, die während der Wechseljahre Orientierung und neue Perspektiven suchen, sind Gesprächs- oder Selbsthilfegruppen oftmals hilfreich. Bei Partnerproblemen hat sich die sexualmedizinische Behandlung bewährt. Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn Sie mit den Veränderungen im Körper nicht zurecht kommen. , nach langer blutungsfreier Zeit erneut Blutungen auftreten., die Monatsblutung ungewohnt schmerzhaft oder stark ausfällt. , Sie unter 45 Jahre sind und erste Wechseljahresbeschwerden auftreten (vorzeitiges Eintreten der Wechseljahre bedarf der Abklärung durch den Arzt).
Medikamentensucht – Schlaf- und Beruhigungsmittel
Die am häufigsten verschriebenen Entspannungs- und Schlaftabletten enthalten als Wirkstoff Benzodiazepine. Ihr Einsatz ist berechtigt bei der Behandlung von epileptischen Anfällen, zur Einleitung der Narkose oder zur Beruhigung vor operativen und diagnostischen Eingriffen – wie zum Beispiel vor einer Magenspiegelung. Häufig werden diese Medikamente jedoch auch bei weniger schwerwiegenden allgemeinen Befindlichkeitsstörungen wie Nervosität, Überlastung und Erschöpfung verwendet. Doch bei der Einnahme ist Vorsicht geboten, denn Benzodiazepine erzeugen bereits nach sehr kurzer Zeit von knapp zwei bis vier Wochen eine körperliche Abhängigkeit. Setzt ein Patient nach längerem Konsum die Tabletten einfach ab, können Schlafstörungen, starke Erregung mit innerer Unruhe sowie schwere Angst- und Spannungszustände bis hin zu Selbstmordgedanken auftreten. In Deutschland nehmen ein bis zwei Prozent der Erwachsenen mindestens ein Jahr lang täglich ein solches Mittel. Die größte Konsumentengruppe sind dabei ältere Frauen. Schlaftabletten haben zahlreiche Nebenwirkungen Schlaftabletten haben neben der beruhigenden und schlaffördernden Wirkung leider zahlreiche, zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen. Unerwünschte Wirkungen können Müdigkeit, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit, Muskelschwäche, Benommenheit, Schwindelgefühl und Nachlassen sexueller Bedürfnisse sein. Schlaftabletten wirken zwar schlafanstoßend, die Schlafqualität verschlechtert sich jedoch. Reichert sich eine größere Menge Benzodiazepine im Körper an, sind nicht selten Gedächtnisstörungen und eine verminderte Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit zu beobachten. Die Fahrtüchtigkeit und Arbeitsfähigkeit ist erheblich eingeschränkt. Bei zu starker Muskelentspannung und zusätzlich herabgesetzter Reaktionsfähigkeit sind folgenreiche Stürze und Unfälle häufig. Viele Oberschenkelhalsbrüche sind letztlich auf einen Schlaftablettenmissbrauch zurückzuführen. Alkohol kann die lang- und kurzfristigen Nebenwirkungen wie Benommenheit, verlangsamte Reaktionsfähigkeit, Konzentrationsstörungen und Schläfrigkeit verstärken. Als Folge der Einnahme von Schlafmitteln können gerade bei älteren Menschen auch paradoxe Reaktionen wie Erregung und Verwirrtheit auftreten. Missbrauch und Abhängigkeit Die Langzeitfolgen und Probleme, die die Abhängigkeit von Benzodiazepinen mit sich bringt, sind nicht zu unterschätzen. Neben einer verminderten Leistungsfähigkeit kommt es meist zur Einschränkung des Soziallebens, die sexuellen Bedürfnisse nehmen ab und nicht selten treten Beziehungsprobleme auf, die bis zum Verlust des Partners führen können. Hinzu kommt, dass ein Absetzen des Präparats mit quälenden Entzugserscheinungen einhergeht, die sich in einem klassischen Entzugsdelirium oder einer Entzugspsychose mit Krampfanfällen äußern können. Da Schlafmittel aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine sehr häufig verschrieben werden, stehen sie mit Abstand an der Spitze der missbrauchten Medikamente in Deutschland und den meisten westlichen Industrieländern. Häufig verschriebene Benzodiazepine sind zum Beispiel: Bromazepam, Brotizolam, Diazepam, Flunitrazepam, Lormetazepam, Lorazepam, Nitrazepam, Oxazepam, Temazepam, Tetrazepam und Triazolam. Die Wirkstoffe unterscheiden sich teils beträchtlich bezüglich ihrer Wirkungsdauer und ihrer muskelentspannenden Eigenschaften.
Parkinson – Symptome
Die ersten Symptome bei Morbus Parkinson sind häufig unspezifisch und können nicht sofort der Schüttellähmung zugeordnet werden. Beispielsweise klagen Betroffene über Verspannungen der Muskeln und feinmotorische Störungen. Erst später treten die für die Parkinson-Erkrankung typischen Symptome wie Muskelsteifheit, Unbeweglichkeit und Zittern auf. Oft klagen Betroffene auch über Riechstörungen und Antriebsstörungen. Die Muskelsteifheit, auch Rigor genannt, entsteht durch eine erhöhte Grundspannung der Muskulatur. Sie führt zu der für Parkinson-Patienten typischen gebeugten Körperhaltung. Zur Steifigkeit kommt die Unbeweglichkeit, die Akinese. Meist sind Menschen, die an Morbus Parkinson leiden, nicht völlig unbeweglich. Ihre Bewegungen sind vielmehr langsamer (Bradykinese) und vermindert (Hypokinese). Durch die Unbeweglichkeit entsteht das häufig bei Betroffenen beobachtete maskenartig wirkende Gesicht. Der Tremor, das Zittern, ist wohl das auffälligste Symptom bei Morbus Parkinson. Er kann sowohl in Ruhe, als auch bei Bewegungen und Muskelanspannung auftreten und beeinträchtigt die Betroffenen daher stark. Kleine Schritte und erhöhte Sturzgefahr Schreitet die Parkinson-Erkrankung fort, tun sich Betroffene zunehmend schwer mit dem Gehen. Denn Morbus Parkinson führt auch zu Geh- und Haltungsstörungen, sogenannter posturaler Instabilität. Das Gangbild ist geprägt von kleinen Trippelschritten, besonders nach dem Aufstehen. Die Sturzgefahr ist erhöht. Schluck- und Verdauungsstörungen Morbus Parkinson geht mit Schluckstörungen einher. Der deshalb vermehrt im Mund zurückbleibende Speichel wird von den Betroffenen häufig als sehr unangenehm empfunden. Ebenfalls unangenehm ist die bei der Schüttellähmung auftretende Verstopfung. Sie kann mit weiteren Verdauungsstörungen wie Völlegefühl oder Sodbrennen einhergehen. Zudem haben viele Parkinson-Patienten im Verlauf der Erkrankung mit Blasenfunktionsstörungen (Harninkontinenz) zu kämpfen. Häufiger Harndrang und die eingeschränkte Beweglichkeit führen oft zu einer Dranginkontinenz. Auch Kreislauf und Schlaf sind betroffen Kreislaufstörungen, vor allem die orthostatische Hypotonie, treten bei Morbus Parkinson häufig auf. Das bedeutet, der Blutdruck fällt beim Aufstehen stark ab. Den Betroffenen wird schwindelig und schwarz vor Augen. Das verstärkt die sowieso vorhandene Stand- und Gehunsicherheit zusätzlich. Viele Parkinson-Patienten leiden außerdem unter Schlafstörungen. Die Ursachen dafür sind vielfältig, von nächtlichem Harndrang bis hin zu Krampfanfällen und unwillkürlichen Bewegungen. Ein- und Durchschlafstörungen sind die Folge. Motorische Fluktuationen und Dyskinesien Im Verlauf der Parkinson-Erkrankung können auch Beweglichkeitsschwankungen (motorische Fluktuation) auftreten. Sie können unabhängig von der Medikamenteneinnahme sein, meist hängen sie jedoch mit der Gabe von L-Dopa oder Dopaminagonisten zusammen. So treten vor allem kurz vor der nächsten Einnahme von L-Dopa Akinesien auf, da die Konzentration des Medikaments im Körper zu diesem Zeitpunkt niedrig ist. Ähnlich ist das bei unwillkürlichen Bewegungen (Dyskinesien). Sie treten jedoch vor allem dann auf, wenn die L-Dopa-Konzentration im Blut am höchsten ist. Motorische Fluktuationen und Dyskinesien sind somit keine Symptome der Parkinson-Erkrankung, sondern auf die medikamentöse Behandlung zurückzuführen.