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Nur die Leberwerte zeigen an, ob das lebenswichtige Organ optimal arbeitet. Denn die Leber leidet stumm – auch bei Krankheit sendet sie meist keine Schmerzsignale.
descriptionHepatitis-Virus
Hepatitis-Viren verursachen eine Leberentzündung. Ihr Risikopotenzial reicht von relativ harmlos bis gefährlich. Bestimmte Viren können die Leber sogar zerstören.
descriptionGrafik: Antikörper im Blut
Richtet sich das Immunsystem gegen die eigene Leber, gibt es keine Heilung. Das Fortschreiten der Selbstzerstörung lässt sich jedoch häufig bremsen.
descriptionBierflaschen
Alkohol und Wohlstand sind die Leberfeinde Nummer 1 – im Extremfall entwickeln sich Leberzirrhose und Leberkrebs. Auch die erbliche Veranlagung spielt eine Rolle.
descriptionArtischocke
Alkoholverzicht und eine gesunde Ernährung sind die Grundlage für eine gesunde Leber. Bestimmte Pflanzenextrakte können die Leberfunktion verbessern.
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Pflanzenkraft für eine starke Leber

Wie bei vielen anderen Organen kann es auch bei der Leber zu Autoimmunerkrankungen kommen. Dabei handelt es sich um drei Formen: die Autoimmunhepatitis (AIH), die primär biliäre Zirrhose (PBC) und die primär sklerosierende Cholangitis (PSC).

Im Überblick



Die Autoimmunhepatitis (AIH) – oft in Kombination mit anderen Autoimmunkrankheiten

Die Autoimmunhepatitis ist eine seltene chronisch-entzündliche Autoimmunkrankheit der Leber. Bei der AIH greift das Immunsystem die eigenen Leberzellen an: Der Körper bildet Antikörper, das heißt Abwehrstoffe gegen die Leberzellen oder ihre Bestandteile. Dadurch kommt es zu einer Leberentzündung (Hepatitis). Frauen sind von dieser Erkrankung viermal häufiger betroffen als Männer. In der Hälfte der Fälle erkranken Menschen vor dem 30. Lebensjahr. Grundsätzlich kann die Autoimmunhepatitis aber in jedem Alter zum Vorschein kommen.

Inwieweit Umweltgifte, Hepatitis- oder Herpes-Viren als Auslöser fungieren, ist derzeit noch ungeklärt. Typischerweise sind bei der Autoimmunhepatitis die Leber und die Milz vergrößert. Mögliche Symptome sind Gewichtsverlust, Gelbsucht, Juckreiz, Oberbauchbeschwerden, Müdigkeit und Leistungsschwäche, Fieber und Durchfälle. Auch die typischen Leberhautzeichen, also charakteristische Veränderungen der Haut, die bei schweren Lebererkrankungen häufig vorkommen, treten auf. Es gibt zudem bestimmte Begleiterkrankungen, wie Gallensteine, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn) sowie Bauchspeicheldrüsen-, Gefäß- und Schilddrüsenentzündungen.

Die Autoimmunhepatitis tritt oft zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen auf. Etwa 15 bis 30 Prozent der Patienten mit einer AIH leiden auch an einer primär biliären Zirrhose (PBC), einer weiteren Autoimmunerkrankung der Leber. Die Diagnose erfolgt vor allem durch die Bestimmung bestimmter Blutwerte: Die Transaminasen GPT und GOT sind erhöht, ebenso die Gammaglobuline, besonders das Immunglobulin G (IgG). Charakteristisch ist das Vorkommen von bestimmten Antikörpern. Nachfolgend sind die wichtigsten Antikörper aufgeführt:
  • ANA: Antikörper gegen Zellkerne
  • SMA: Antikörper gegen glatte Muskelfasern
  • LKM: Antikörper gegen Mikrosomen von Leber- und Nierenzellen. Die Abwehrstoffe richten sich gegen bestimmte Enzymeiweiße der Leber- und Nierenzellen, die wichtige Funktionen im Entgiftungsstoffwechsel haben.
  • SLA: Antikörper gegen ein Leberantigen, das heißt gegen ein Eiweiß, das eine Abwehrreaktion in Gang setzen kann
  • pANCA: Antikörper gegen Zellstrukturen in bestimmten weißen Blutzellen
  • Je nachdem, welche Antikörper in welchen Mengen im Blut festgestellt werden, wird die Autoimmunhepatitis in verschiedene Typen eingeteilt.
Die AIH muss so früh wie möglich diagnostiziert und behandelt werden, noch bevor eine Leberzirrhose auftritt. Unbehandelt verläuft sie tödlich. Bei adäquater Behandlung ist die Prognose meist günstig mit fast normaler Lebenserwartung. Die Therapie erfolgt mit Kortisonpräparaten in Kombination mit Mitteln, die die Immunreaktion unterdrücken (Immunsuppression). Je nachdem, welcher Typ der Krankheit vorliegt und wie der individuelle Verlauf ist, muss die Therapie angepasst werden. Für Patienten, die nicht auf die medikamentöse Therapie ansprechen, kommt gegebenenfalls eine Lebertransplantation infrage.
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Die Primär biliäre Zirrhose (PBC) – eine „Frauenkrankheit“

Bei der primär biliären Zirrhose handelt es sich um eine chronische Krankheit. Ausgangspunkt sind die kleinen, in der Leber gelegenen Gallengänge. Diese sind entzündet, es kommt zum Gallestau. Die Gallengänge verengen sich immer weiter, durch die Abflussstauung greift die Entzündung dann auf das eigentliche Lebergewebe über und zerstört es. Es entwickelt sich eine Leberzirrhose. Unbehandelt ist dieses Stadium nach durchschnittlich 20 Jahren erreicht. Betroffen sind hauptsächlich Frauen im Alter von 40 bis 60 Jahren.

Folgende Symptome können auftreten: Juckreiz (oft Frühsymptom), Müdigkeit, Leber- und Milzvergrößerung, rheumaähnliche Gelenkbeschwerden, Verdauungstörungen und Gelbsucht. Auch unter der Haut liegende Fettablagerungen, die gelb-grau und warzenartig sind und sich bogenförmig um die Augen anordnen, kommen vor. Man spricht von sogenannten Xanthelasmen.

Für die Diagnose werden bestimmte Blutwerte untersucht. Dazu gehören die GPT, GOT und die Alkalische Phosphatase (AP). Da es sich bei der PBC um eine Autoimmunkrankheit handelt, kann die Diagnose durch Bestimmung der Antimitochondrialen Antikörper (AMA) gesichert werden. AMAs sind Eiweißverbindungen, die im Blut vorkommen und die gegen andere, in den Leberzellen liegende Eiweißverbindungen gerichtet sind. Eine starke Erhöhung von Immunglobulin M kann ebenfalls auf eine PBC hinweisen. Weiterhin können die Leber mit Ultraschall und die Gallengänge mit der endoskopischen retrograden Cholangiopankreatikografie (ERCP) genauer dargestellt werden. Die ERCP erlaubt die Darstellung der Gallenwege, der Gallenblase und des Pankreasgangs mit Hilfe von Röntgenkontrastmittel. Das Kontrastmittel wird dabei „retrograd“, also entgegen der normalen Flussrichtung der Gallenflüssigkeit, vom Dünndarm aus in die Gallengänge injiziert.

Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, da man mithilfe einer medikamentösen Therapie den Zeitpunkt für eine eventuelle Lebertransplantation hinausschieben kann. Eine immunsuppressive Therapie ist bei der PBC nicht wirksam. Bei regelmäßiger Einnahme von Ursodeoxycholsäure (UDCA), einer natürlichen Gallensäure, verbessern sich aber die Laborwerte der Patienten. Bei einem Drittel der Patienten kommt es langfristig zu einer Abnahme der entzündlichen Veränderungen. Aufgrund der Verdauungsstörungen ist es wichtig, an folgendes zu denken: Ein Vitaminmangel sollte ausgeglichen, Osteoporose vorgebeugt, fettspaltende Enzyme (Lipasen) zu den Mahlzeiten eingenommen werden.
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Die Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) – Risiko für Männer

Diese chronisch verlaufende entzündliche Krankheit betrifft überwiegend Männer. Sie beginnt meist im Alter zwischen 25 und 50 Jahren, die Ursache ist unbekannt. Mögliche Symptome sind Gewichtsverlust, Gelbsucht, Juckreiz, Oberbauchbeschwerden, Müdigkeit und Leistungsschwäche, Fieber und Durchfälle. Bei 80 Prozent der Patienten liegt zusätzlich eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa) vor. Es gibt auch Assoziationen zu bestimmten genetischen Merkmalen (HLA; Humane Leukozyten-Antigene) und verschiedenen weiteren Autoimmunerkrankungen. Die krankhaften Veränderungen spielen sich lange Zeit an den in- und außerhalb der Leber gelegenen Gallenwegen ab. Bindegewebsfasern ordnen sich dabei zwiebelschalenartig um die kleinen Gallengänge an, die sich allmählich zurückbilden. Die Erkrankung greift schließlich auf das Lebergewebe über.

Wird die PSC nicht behandelt, tritt eine Leberzirrhose auf. Bei etwa acht Prozent der Patienten entwickelt sich ein Gallengangskarzinom. Charakteristisch für die PSC ist besonders der deutliche Anstieg bestimmter Leberwerte. Es handelt sich um zwei Enzyme, die einen Gallestau anzeigen: die Alkalische Phosphatase (AP) und die Gamma-Glutamyltranspeptidase (GGT, auch g-GT geschrieben). Oft steigt auch der Wert des Bilirubins an, der Juckreiz nimmt zu. Bei einem Teil der Patienten finden sich sogenannte perinukleäre antineutrophile zytoplasmatische Antikörper (p-ANCA) im Serum. Mithilfe der endoskopischen retrograden Cholangio-Pankreatikografie (ERCP) werden Veränderungen an den Gallengängen außerhalb und innerhalb der Leber sichtbar. Wie die primär biliäre Zirrhose wird auch die PSC lebenslänglich mit Ursodeoxycholsäure behandelt. Verengte Gallengänge können mittels endoskopischer Ballondilatation, das heißt einer Erweiterung der verengten Gänge mittels aufblasbarer Ballons, behandelt werden. Grundsätzlich kann auch bei der PSC eine Lebertransplantation erfolgen.
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Grafik: Antikörper im Blut
© Shutterstock
Antikörper greifen die Leber an: Bei der Autoimmunhepatitis bildet der Körper Abwehrstoffe, die sich gegen die eigenen Leberzellen richten und so zu einer Entzündung (Hepatitis) führen. Betroffenen sich viermal mehr Frauen als Männer.
Gelbfärbung der Augen
© CDC/PublicDomain
Die Gelbfärbung von Haut und Augen ist auch ein Krankheitszeichen der Autoimmunhepatitis. Weitere mögliche Symptome sind Gewichtsverlust, Juckreiz, Oberbauchbeschwerden, Müdigkeit, Leistungsschwäche, Fieber und Durchfall.
Blutabnahme
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Mit einer Blutuntersuchung lassen sich viele Lebererkrankungen diagnostizieren. Sind Leberwerte wie bestimmte Enzyme im Blut erhöht, deutet das auf einen Leberschaden, einen Gallestau oder auch eine Zirrhose hin.