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Magersucht (Anorexia nervosa): Süchtig nach Hunger



Die Magersucht ist eine Essstörung, bei der die Betroffenen absichtlich stark an Gewicht verlieren oder ein Untergewicht aufrechterhalten. Die Nahrungsverweigerung kann durch heimliche Essattacken mit anschließendem selbst ausgelöstem Erbrechen oder Medikamentenmissbrauch unterbrochen werden.

Übertriebener Schlankheitswunsch

Zwar bedeutet "Anorexie" im ursprünglichen Sinn "Appetitlosigkeit". Doch Magersüchtigen fehlt es nicht am Appetit, vielmehr ist ihr Essverhalten gestört und sie sind süchtig nach Hunger. Deshalb beschreibt "Magersucht" die Erkrankung besser. Denn die Magersüchtigen treibt der Wunsch nach übertriebener Schlankheit verbunden mit der ständigen Angst zu dick zu werden. Wer beispielsweise durch Diäten zum ersten Mal in Kontakt mit der Droge "Hunger" kommt, läuft Gefahr, abhängig zu werden – vor allem in labilen Phasen wie der Pubertät. Deshalb wird teilweise auch der Begriff "Pubertätsmagersucht" verwendet, weil die Magersucht vorwiegend zwischen dem 10. und 25. Lebensjahr vor allem bei Mädchen und jungen Frauen auftritt.

Magersucht bei Sportlern und Models

Oft sind auch Menschen betroffen, die aufgrund ihrer sportlichen Aktivitäten oder aus beruflichen Gründen auf ihr Gewicht achten müssen. Bekanntestes Beispiel sind Models. Aber auch bei Balletttänzern, Läufern, Turnern, Eiskunstläufern, Ruderern oder Skispringern, ist die Magersucht verbreitet.

Häufigkeit

In der Gesamtbevölkerung ist die Magersucht selten. Man geht von 0,1 bis 0,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr aus. Doch bei jungen Frauen zwischen 15 und 25 Jahren ist sie deutlich häufiger: 1 Prozent dieser Frauen ist an Magersucht erkrankt. Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jedoch berichtet, leidet schon jede Dritte zwischen 12 bis 20 Jahren zumindest an einer Frühform von Essstörung. Anorexie beginnt oft schon in der frühen Jugend, häufig kurz nach dem Einsetzen der ersten Menstruation.

Insgesamt machen Frauen 95 Prozent aller Magersüchtigen aus. Auffällig ist, dass vor allem Frauen aus der höheren Mittelschicht betroffen sind. Sie sind häufig überdurchschnittlich ehrgeizig und intelligent.
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