Flugreisen



Bestimmungen für Gepäck und Handgepäck

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 gelten im Flugverkehr restriktivere Transportbestimmungen – auch für die Mitnahme von Medikamenten. Eine Reiseapotheke im normalen Gepäck bereitet grundsätzlich keine Probleme. Müssen Sie jedoch Medikamente im Handgepäck mitführen, beispielsweise weil Sie sie während des Fluges benötigen, gibt es folgendes zu beachten:

Für jedes Medikament – egal ob flüssig, fest, Gel oder Spray – sollten Sie sich rechtzeitig vor der Abreise entsprechende Genehmigungen (zum Beispiel beglaubigte Rezept-Kopien) mit demselben Namen wie auf dem Flugticket besorgen. Erkundigen Sie sich am besten vorher bei Ihrer Fluggesellschaft, welche Unterlagen Sie benötigen.

Denken Sie daran: Medikamente, die als Betäubungsmittel gelten, benötigen ein gesondertes Formular. Im Zweifelsfall sollten Sie mit Ihrer Fluggesellschaft Kontakt aufnehmen.

Flugangst

Bis zu 35% aller Deutschen leiden an Flugangst. Diese Angst kann sich vielfältig äußern: vom allgemeinen Unwohlsein bis hin zu Panikattacken. Auslöser von Flugangst können unter anderem Höhenangst, Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen), eine allgemeine Angst vor dem Unbekannten oder negative Erfahrungen mit dem Fliegen sein. Die Flugangst kann lange vor dem Flug aber auch erst während des Fluges einsetzen.
Wenn Sie auf das Fliegen nicht verzichten wollen, dann können Ihnen entsprechende Seminare gegen Flugangst helfen. Viele Fluggesellschaften bieten entsprechende Kurse an. Psychologisch und flugtechnisch geschultes Personal bringt Ihnen bei, mit Ihrer Angst umzugehen und sie zu überwinden. Abschluss ist meist ein realer Flug im Passagierflugzeug.

Economy-Class-Syndrom

Das so genannte Economy-Class-Syndrom, die Flugreise-Thrombose, tritt besonders bei Langstreckenflügen auf. Durch den oft zu geringen Sitzabstand sind Passagiere über einen langen Zeitraum hinweg in ihrer Bewegungsfreiheit extrem eingeschränkt. Vor allem in den Beinen wird dadurch der Blutfluss behindert. Die Folge sind schwere Beine, es kann sich Flüssigkeit einlagern (Ödeme) und in ungünstigen Fällen kann sogar eine Thrombose entstehen. Mit verschiedenen Maßnahmen können Sie Ihr Thrombose-Risiko verringern:
  • Stützstrümpfe: Durch die Strümpfe wird der Blutfluss zurück zum Herzen unterstützt, die Bildung von Ödemen wird verhindert. Stützstrümpfe erhalten Sie in Ihrer Apotheke.
  • Regelmäßige Bewegung: Bewegen Sie regelmäßig die Zehen oder Füße (die Gymnastik kann auch auf dem Sitzplatz gemacht werden) und laufen Sie falls möglich hin und wieder auf dem Gang auf und ab.
  • Bequeme lockere Kleidung: Auf keinen Fall sollten Sie enge Hosen oder Röcke anziehen, die den Blutfluss zusätzlich behindern.
  • Viel trinken, wenig essen: Sie sollten viel trinken – mindestens 100 ml pro Stunde und vor allem kochsalzarme, alkoholfreie Getränke und wenig essen, vor allem leicht verdauliche Speisen.

Jetlag

Als Jetlag bezeichnet man die Schwierigkeit, nach längeren Flugreisen mit der Zeitumstellung zurecht zu kommen. Dies kann alle Altersgruppen treffen – egal ob mit oder ohne medizinische Probleme. Generell gilt:
  • Bei Flügen in westliche Richtung verschiebt sich die Zeit nach "hinten". So ist es in Amerika – je nach Region – rund 6h später hell als in Deutschland. Um einen Jetlag zu verhindern empfiehlt es sich, bereits ein paar Tage vor Reiseantritt später als normalerweise schlafen zu gehen, um sich allmählich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.
  • Bei Flügen in östliche Richtung verschiebt sich die Zeit nach "vorn". Um einen Jetlag zu verhindern sollte man am Zielort etwas früher zu Bett gehen, als gewohnt. Erfahrungsgemäß sind Flüge in Richtung Osten verträglicher als gen Westen.
Während des Fluges sollten Sie wenige, leichte Sachen essen und viel Trinken – natürlich alkoholfreie Getränke.



Info
Personen, die besonders Thrombose-gefährdet sind, sollten unbedingt vor einer Flugreise mit Ihrem Arzt sprechen. Dazu zählen Raucher, Schwangere, Übergewichtige, Patienten mit Blutgerinnungsstörungen, Patienten mit bösartigen Erkrankungen, Patienten, die schon mal eine Thrombose hatten, Patienten mit Herzinsuffizienz, Personen nach Operationen, besonders an den Beinen, ältere Menschen, die wenig trinken und Personen mit Erkrankungen, die mit einem erhöhten Flüssigkeitsverlust einhergehen (zum Beispiel Durchfallerkrankungen).


Mehr Informationen für Herzpatienten, die reisen wollen.
Autoren und Quellen
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